Der Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt trifft Familien oft völlig unerwartet und hinterlässt tiefe Spuren. Viele Betroffene fühlen sich in ihrer Trauer allein, unverstanden oder versuchen, den Schmerz mit sich selbst auszumachen. Um Eltern in dieser schweren Situation aufzufangen und ihnen einen geschützten Raum zu geben, gründet Rebecca Hettrich gemeinsam mit dem Verein SternenEltern Saarland e. V. eine neue Selbsthilfegruppe in Neunkirchen-Wellesweiler.
Rebecca Hettrich ist 45 Jahre alt, Mutter von vier Kindern – zwei Bonuskindern, einer gemeinsamen Tochter und einem gemeinsamen Sternenkind. Im Februar 2023 kündigte sich überraschend weiterer Nachwuchs an. „Nach der anfänglichen Überraschung haben wir uns alle sehr gefreut“, erzählt sie. Doch im April 2023 endete die Schwangerschaft viel zu früh, und die Familie musste Abschied von ihrem „Krümel“ nehmen.
Zunächst versuchte Rebecca, den Verlust alleine zu bewältigen. „Ich dachte lange, ich müsste das alleine schaffen“, berichtet sie. „Aber in meinem Kopf hatte sich ein negatives, trauriges Gedankenkarussell festgesetzt.“ Erst ein Jahr später, im Februar 2024, nahm sie Kontakt zu den SternenEltern Saarland auf – ein Schritt, der für sie alles veränderte.
„Der wunderbare Gesprächskreis in Saarbrücken hat mir geholfen, meine Selbstzweifel anders zu betrachten und meine Trauer besser zu verstehen“, sagt Rebecca. „Denn egal, ob ein Sternenkind nach wenigen Wochen oder nach mehreren Monaten geht: Es hinterlässt immer ein Loch in unserem Herzen.“
Mit der neuen Selbsthilfegruppe in Neunkirchen-Wellesweiler möchte sie diesen Halt weitergeben und anderen Eltern einen geschützten Ort schenken, an dem Trauer, Fragen, Erinnerungen und Gefühle Raum haben dürfen.
Die Treffen finden alle 6 Wochen im Evangelischen Gemeindezentrum Neunkirchen-Wellesweiler statt. Willkommen sind alle Eltern, unabhängig davon, wie lange ihr Verlust zurückliegt.
Kontakt:
✉️ selbsthilfe@sternenelternsaarland.de
🌐 Weitere Informationen: www.sternenelternsaarland.de
„Niemand muss diesen Weg alleine gehen“, betont der Verein. „In Gemeinschaft kann Trauer getragen, geteilt und manchmal auch ein kleines Stück leichter werden.“