Gästeblog | Eure Gedanken-Ecke

Erzählt uns die Geschichte von eurem Sternenkind…

Einen neuen Eintrag für das Gästebuch schreiben

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Es ist möglich, dass dein Eintrag im Gästebuch erst sichtbar ist, nachdem wir ihn überprüft haben.
Wir behalten uns vor, Einträge zu bearbeiten, zu löschen oder nicht zu veröffentlichen.
23 Einträge
Carina A. schrieb am 22. Februar 2018
Ein Brief von einer Sternenmama⭐

Clara – die Leuchtende - unser Sternenkind

Diesen Bericht zu schreiben, fällt mir nicht leicht, aber zugleich tut es mir gut, da ich anderen meine
Gefühle mitteilen und vielleicht auch helfen kann. Helfen zum einen, weil ich meine bzw. unsere Erfahrungen offenlege und vielleicht weitere betroffene Menschen aus dem Herzen spreche und zum anderen weil ich anderen zeige, dass man weiterhin mit mir und meinem Mann ganz „normal“ umgehen kann. Wir haben einen Schicksalsschlag erlebt, der uns und unseren Blick auf das Leben verändert hat, aber wir sind weiterhin Teil dieser Gesellschaft und wollen nicht ausgegrenzt, sondern ganz einfach weiterhin angenommen sein.

Eines ist klar: Der Tod von Clara hat mir die Endlichkeit des Lebens mit solch einer Härte und Brutalität bewusst gemacht, dass ich bis heute oft mit Unfassbarkeit auf das Geschehene zurückblicke.
Ich habe gelernt, damit zu leben und dieses Ereignis in mein persönliches Leben zu integrieren und Clara als mein Kind anzuerkennen.

An Clara habe ich während der Schwangerschaft Träume, Vorstellungen und Wünsche geknüpft, die mit ihrem Tod alle nicht mehr in Erfüllung gehen konnten: Ich bin Mama ohne Kind, ich gehe nicht auf den Spielplatz, lese keine Gutenachtgeschichte vor und wechsle keine Windeln. Und doch bin ich Mama.
Denn Clara wurde geboren und ist ein Teil von mir und ihr Tod gehört zu meinem Leben dazu. Ich musste loslassen, obwohl ich noch nicht einmal richtig im Arm halten durfte, ich musste die erträumte Zukunft loslassen, obwohl diese noch nicht angefangen hatte.
Aber für das Loslassen ist man nie bereit, man wird nicht gefragt, man muss es annehmen, weil keine andere Wahl bleibt. Wir mussten dann also als kleine Familie, die eigentlich nie eine werden durfte, eine gemeinsame große Hürde meistern. Die stille Geburt. Und wir haben es geschafft. Irgendwie. Gemeinsam. Voller Liebe.

So schlimm und schmerzhaft diese Erfahrung war, so vorbildlich und gut war der Umgang mit uns und unserem Schicksal durch die MitarbeiterInnen des Krankenhauses. Sie waren für uns da. Sie sahen uns und in unser Herz.

Was auch gut tat, waren Familie und Freunde, die einfach da waren, die mit uns geweint haben, die keine Worte gefunden haben, weil es auch keine gibt. Freunde, die Blumen auf das Grab gestellt haben, weil auch sie sich auf Clara gefreut haben und die bis heute einfach da sind.

Ich bin eine Mama ohne Kind. Zum Glück habe ich eine Geburtsurkunde, die mich daran erinnert. Zum Glück durften wir Clara beerdigen. Im Familienkreis und trotzdem öffentlich. Sie hat ein Grab, wir haben ein Ort der Trauer. Sie ist kirchlich bestattet und damit auch Teil der Gemeinde. Das ist uns wichtig. Denn sie gehört dazu.

Einige Zeit danach lernte ich Sternenmütter kennen, die das gleiche Schicksal mit uns teilen. Sie gaben mir Mut und ich fühlte mich in meinem Schmerz verstanden. Ich bin nicht allein. Wir sind nicht allein. Nicht allein mit unserem Schicksal, unserer Trauer, aber auch nicht mit unserer Lebensfreude. Das Leben, der Alltag hat uns. Wir haben Clara.

Clara hat mir zu einer neuen Einstellung über Leben und Tod verholfen. Seit ihrer Geburt und ihrem Tod überdenke ich viele Entscheidungen in meinem Leben neu.
Aber ich lebe. Und sie ist und bleibt in meinem Herzen. Ich kann auch wieder fröhlich sein und lachen. Denn sie geht mit mir durch den Alltag und hilft mir, dass ich nicht schweigen muss, Clara nicht verschweigen muss, sondern dass ich reden darf. Und auch schreiben. So wie diesen Text.
Ich hoffe, dass ich hiermit Verständnis bekomme nicht nur für unsere Situation, sondern auch für die vielen anderen Sternenkindeltern. Vielleicht fällt es ihnen nun leichter, mit mir, uns und anderen umzugehen. Das ist schwierig. Ich weiß. Aber ein Versuch ist es wert.

Carina A.
Anonym schrieb am 22. Februar 2018
Meine Geschichte der Fehlgeburt
Ich habe ziemlich früh erfahren, dass ich schwanger sei, denn zu dem Zeitpunkt war meine Periode 4 Tage überfällig. Ich bin am 06.11.17 ins Krankenhaus wegen Schmerzen. Man sagte mir, dass ein Ei unterwegs sei sich einzunisten, es müsste sich noch entscheiden, ob es bleiben möchte oder nicht.
Im ersten Moment war es ein Schock, denn es war ungeplant. Aber dann der schönste ungeplante Plan!
Am 13.11.17 folgte der erste Frauenarzttermin. Es war alles etwas schwierig, denn wenn man von der Periode an rechnet wäre ich da schon in der 7. Woche gewesen, dem war aber nicht so, es war nur eine kleine Fruchthöhle zu sehen, die der 4.-5. Woche entsprach. Mein Eisprung war sehr spät und sie sagte gleich, dass es auch sein kann, dass nichts daraus wird und müsse eine Woche später wieder kommen.
Am 20.11.17 das gleiche. Die Fruchthöhle wäre nicht viel gewachsen und ein Embryo fand sie auch nicht. Sie sagte mir, sie würde uns noch eine Chance geben und ich sollte 1 Woche später wieder kommen.
Für den nächstem Termin hatte ich meinen Freund gebeten mit zu kommen, denn ich sagte ihm, dass unser Kind seinen Papa sehen wolle und sich deswegen noch nicht gezeigt hat.
Also nahm ich ihn zum nächsten Termin mit. Als sie mit dem Schallen begann, sah man ein kleines Wesen und seinen Herzschlag. Es war das Schönste was ich jemals sah, wir haben uns sehr gefreut!
2 Wochen später nochmal zur Kontrolle und das Herzchen schlug kräftig weiter. Sie sagte mir, dass mein HCG-Wert etwas zu niedrig sei und meinte es könne sein, dass mit dem Kind was nicht stimmt, aber es könnte auch sein, dass alles gut sei.
Am 27.12.17 wäre ich in der 10. SSW gewesen. Ich bekam eine leichte Blutung. Wir sind ins Krankenhaus und die Ärztin dort nahmen uns in das Untersuchungszimmer mit. Sie fing an zu Schallen. Ich habe direkt unsere Mupfel erkannt und sofort gesehen, dass es keinen Herzschlag mehr hatte, obwohl die Ärztin 2 Minuten kein Wort sagte. Doch dann kam dieser Satz: "Es tut mir leid, ich finde keinen Herzschlag mehr und es entspricht erst der 8. Woche." Da war unsere Mupfel schon zwei Wochen nicht mehr lebendig in meinem Bauch, denn kurz nach dem letzen Termin sei es verstorben.
Es fühlte sich so an, als ob mir jemand mein Herz rausreißen würde. Es war doch unsere kleine Mupfel und ich dachte, dass es Schicksal sei. Warum wollte es dann nicht mehr bei Mama im Bauch leben.
Ich entschied mich für einen natürlichen Abgang. Es war sofort klar, eine Ausschabung komme für mich nicht infrage, denn ich wollte mein Kind so bekommen, wie eine Mama nun mal ihr Kind bekommt.
Am 30.11.17 hat mein Freund das erste Mal nach der Nachricht seine Hand wieder auf meinen Bauch gelegt und es war so, als hätte es wieder auf Papa gewartet, denn am Morgen vom 31.12.17 kam es dann nach 4 Tagen wehenartigen Schmerzen zur Welt.
Wir haben uns für eine Sammelbestattung entschieden, doch ich las auch, dass es schwierig wird so eine Möglichkeit zu bekommen. Im Krankenhaus werden Mamas gefragt, was ihr Wunsch ist, doch uns hat niemand gefragt, was unser Wunsch ist. Warum haben Mamas, die einen natürlichen Abgang haben, nicht das gleiche Recht wie bei einer Ausschabung?
Das SternenEltern Team Saarland setzte sich sehr für uns ein, damit wir unsere Mupfel auch bestatten dürfen. Dafür danken wir euch!
Steffi Gebers schrieb am 13. Dezember 2017
Liebe Sandra

wir wünschen Euch einen tollen Start in Eure Arbeit, immer viel Unterstützung und das Ihr viele nette Menschen auf Eurem Weg trefft.

Wir sind froh, uns mit Euch austauschen zu können

Liebe Grüße senden
Die Sterneneltern Achim