Gästeblog | Eure Gedanken-Ecke

Erzählt uns die Geschichte von eurem Sternenkind…

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Anonym schrieb am 22. Februar 2018:
Meine Geschichte der Fehlgeburt
Ich habe ziemlich früh erfahren, dass ich schwanger sei, denn zu dem Zeitpunkt war meine Periode 4 Tage überfällig. Ich bin am 06.11.17 ins Krankenhaus wegen Schmerzen. Man sagte mir, dass ein Ei unterwegs sei sich einzunisten, es müsste sich noch entscheiden, ob es bleiben möchte oder nicht.
Im ersten Moment war es ein Schock, denn es war ungeplant. Aber dann der schönste ungeplante Plan!
Am 13.11.17 folgte der erste Frauenarzttermin. Es war alles etwas schwierig, denn wenn man von der Periode an rechnet wäre ich da schon in der 7. Woche gewesen, dem war aber nicht so, es war nur eine kleine Fruchthöhle zu sehen, die der 4.-5. Woche entsprach. Mein Eisprung war sehr spät und sie sagte gleich, dass es auch sein kann, dass nichts daraus wird und müsse eine Woche später wieder kommen.
Am 20.11.17 das gleiche. Die Fruchthöhle wäre nicht viel gewachsen und ein Embryo fand sie auch nicht. Sie sagte mir, sie würde uns noch eine Chance geben und ich sollte 1 Woche später wieder kommen.
Für den nächstem Termin hatte ich meinen Freund gebeten mit zu kommen, denn ich sagte ihm, dass unser Kind seinen Papa sehen wolle und sich deswegen noch nicht gezeigt hat.
Also nahm ich ihn zum nächsten Termin mit. Als sie mit dem Schallen begann, sah man ein kleines Wesen und seinen Herzschlag. Es war das Schönste was ich jemals sah, wir haben uns sehr gefreut!
2 Wochen später nochmal zur Kontrolle und das Herzchen schlug kräftig weiter. Sie sagte mir, dass mein HCG-Wert etwas zu niedrig sei und meinte es könne sein, dass mit dem Kind was nicht stimmt, aber es könnte auch sein, dass alles gut sei.
Am 27.12.17 wäre ich in der 10. SSW gewesen. Ich bekam eine leichte Blutung. Wir sind ins Krankenhaus und die Ärztin dort nahmen uns in das Untersuchungszimmer mit. Sie fing an zu Schallen. Ich habe direkt unsere Mupfel erkannt und sofort gesehen, dass es keinen Herzschlag mehr hatte, obwohl die Ärztin 2 Minuten kein Wort sagte. Doch dann kam dieser Satz: "Es tut mir leid, ich finde keinen Herzschlag mehr und es entspricht erst der 8. Woche." Da war unsere Mupfel schon zwei Wochen nicht mehr lebendig in meinem Bauch, denn kurz nach dem letzen Termin sei es verstorben.
Es fühlte sich so an, als ob mir jemand mein Herz rausreißen würde. Es war doch unsere kleine Mupfel und ich dachte, dass es Schicksal sei. Warum wollte es dann nicht mehr bei Mama im Bauch leben.
Ich entschied mich für einen natürlichen Abgang. Es war sofort klar, eine Ausschabung komme für mich nicht infrage, denn ich wollte mein Kind so bekommen, wie eine Mama nun mal ihr Kind bekommt.
Am 30.11.17 hat mein Freund das erste Mal nach der Nachricht seine Hand wieder auf meinen Bauch gelegt und es war so, als hätte es wieder auf Papa gewartet, denn am Morgen vom 31.12.17 kam es dann nach 4 Tagen wehenartigen Schmerzen zur Welt.
Wir haben uns für eine Sammelbestattung entschieden, doch ich las auch, dass es schwierig wird so eine Möglichkeit zu bekommen. Im Krankenhaus werden Mamas gefragt, was ihr Wunsch ist, doch uns hat niemand gefragt, was unser Wunsch ist. Warum haben Mamas, die einen natürlichen Abgang haben, nicht das gleiche Recht wie bei einer Ausschabung?
Das SternenEltern Team Saarland setzte sich sehr für uns ein, damit wir unsere Mupfel auch bestatten dürfen. Dafür danken wir euch!