Gästeblog | Eure Gedanken-Ecke

Erzählt uns die Geschichte von eurem Sternenkind…

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Sarah Teil 4 schrieb am 24. November 2019:
Als ich am 24.09.19 die erste Tablette um 13 Uhr nehmen musste, wusste ich, dass ich es
nicht hätte tun können, wenn mein Kind eine Chance gehabt hätte, wäre sie auch noch so

klein gewesen. Die Entscheidung zu treffen, dass es genau jetzt so weit war ihn gehen zu
lassen, war schrecklich. Immer wieder streichelte ich meinen Bauch und sagte ihm, dass ich
ihn liebte und er nicht glauben sollte, dass wir ihn nicht gewollt hätten.
Im 4h-Takt folgten weitere Tabletten. Kein Arzt schaute mal nach mir. Auf die Frage wie
lange es dauern könnte und wie das ganze abläuft, habe ich nie eine Antwort erhalten. Ich
sollte Bescheid geben, wenn mir etwas komisch vorkommen oder ich Blutungen bekommen
sollte. Ja und was war komisch? Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass ich das Maximum an
Schmerzmittel bekommen durfte. Nach der 2. Dosis Schmerzmittel, die ich um halb 10
abends bekam, sagte man mir dann, dass sich nichts tun würde, wenn ich es nicht aushalten
würde. Also tat ich das. Bis zur Geburt nahm ich keine Schmerzmittel mehr ein.
Am 25.09. um 19:30 Uhr wurden die Schmerzen aber so schlimm, dass ich sie nicht mehr
aushalten wollte. Es war nur noch ein Dauerschmerz ohne Pause, also verlangte ich mir
welches. Das kam auch direkt, zeigte aber keinerlei Wirkung. Auch das Schmerzmittel,
welches darauf folgte, änderte rein gar nichts an den Schmerzen.
Immer wieder sprachen die Schwestern von einem Druck nach unten, aber auf die Frage wie
sich dieser anfühlte bekam ich keine Antwort. Also fragte ich meine beste Freundin, die erst
im Januar ihren kleinen Schatz geboren hatte. Hätte ich ihre Erklärung nicht bekommen,
hätte ich unseren Lio alleine mit meinem Mann bekommen, da niemand mal nach mir sah.
Selbst als ich sagte zu glauben, dass es jetzt losging, dauerte es noch gute 30 Minuten bis
eine Ärztin nach mir sah und bestätigte, dass ich recht hatte.
Ich wurde in den Kreißsaal gefahren und mit meinem Bett dort abgestellt. Ja abgestellt!
Nachdem sich 5 Hebammen, Schüler und Ärzte vorgestellt hatten, verließen sie alle den
Kreißsaal mit dem Satz "Sie müssten noch etwas erledigen." Es war dort kurz nach 21 Uhr. Es
folgte Wehe um Wehe. Ich hatte Angst etwas falsch zu machen, also ertrug ich sie nur,
merkte aber das egal wie wenig ich machte mein Kind immer tiefer rutschte.
Ich bat meinen Mann zu klingeln, was er auch tat. Ich trug noch meine Unterhose. Immer
wieder sagte ich ihm, dass ich diese gleich ausziehen würde, wenn niemand kommen würde.
Ich würde unseren Lio nicht so bekommen. Mein Mann stimmte zu. Gerade als wir dabei
waren kamen zwei Hebammen die Tür rein und fragten was los wäre. Es war 21:23 Uhr. Ja
was war wohl. Ich bekomme hier mein Kind. Wäre schön, wenn ich das nicht alleine tun
müsste. Wenn ich die Kraft gehabt hätte zu schreien, hätte ich das getan. Gerade als wir die
Unterhose ausziehen wollten, folgte die nächste Wehe, die ich wieder nicht nutzte, weil ich
ja immer noch meine Unterhose trug. Beim Ausziehen fragte sie schon, ob wir unseren
kleinen Lio direkt sehen wollten. Ich sagte "Geben sie mir fünf Minuten." Plötzlich ging alles
so schnell, dass ich so überfordert war. Sie antwortete "Ok. Bei der nächsten Wehe drücken
sie mit." Ich nickte, doch eine weitere Wehe blieb aus. Also drückte ich so.
Um 21:27 Uhr kam unser Lio still zur Welt und mit ihm die Erkenntnis, dass er nun fort war.
Ich wurde oft gefragt, ob ich die Geburt als schlimm empfand und ich kann darauf ein klares
Nein antworten. Für einen kurzen Moment durchströmte mich sogar ein Glücksgefühl
unseren Sohn geboren zu haben.