Das Leben mit Geschwisterkindern und Sternenkind

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    • #4563
      Anne

        Hallo Lisa,
        ich möchte dir gerne antworten, da deine Erfahrungen wohl ähnlich zu meiner sind. Bei Jenni scheint die Geschisterkonstellation ja genau umgekehrt zu sein: ihr ältestes Kind ist gestorben und das jüngere wächst nun damit auf ohne tatsächliche Erinnerungen an den Bruder zu haben.

        Meine Tochter ist vor ca. 3 Wochen an einer hypertrophen Kardiomyopathie oder dem plötzlichen Herztod gestorben im Alter von 3,5 Monaten. Mein älterer Sohn ist zum jetzigen Zeitpunkt zwei Jahre und 7 Monate alt. Damit vermutlich auch etwas jünger als deine Tochter, denn so ausgereifte Fragen stellt er noch nicht. Seine Bemerkung ist immer nur “Nora ist tot” aus recht heiterem Himmel. Machnmal sieht ihr den Platz, wo ihr Bett stand oder im Auto zeigt er auf den Platz von der Babyschale und dann erwähnt er sie. Aber er fragt eigentlich so nicht. Erklärt haben wir ihm, dass ihr Herz aufgehört hat zu schlagen, dass sie eben nicht mehr lebt, also nicht mehr atmet, sich nicht mehr bewegt und nicht mehr spielen kann. Eines Morgens hat er mal gefragt “Mama, was ist ein Herz?”, dann haben wir mal nach seinem Herz gefühlt und gehört. Daran merke ich, dass bei ihm mehr im Kopf rattert, als er ausdrücken kann. Er hat sie auch noch beim Bestatter besucht und durfte ihren leblosen Körper anfassen. So hat er das auf jeden Fall “be-griffen”.
        Und ich weine, wann immer es mir danach ist. Auch vor ihm. An der ganzen Situation ist schließlich nichts optimales. Er soll wenigstens wissen, dass alle Gefühle erlaubt und okay sind und dass man sie ausdrücken darf. Auch er hat seine Schwester geliebt, wie es ein Kleinkind nur kann. Auch er trauert auf seine Weise und immer mal wieder. Er darf wissen, dass die Mama aus diesem Grund manchmal weint. Und dann wieder aufhört damit. Je nach dem, wie stark die Erinnerungen und Gedanken eben gerade sind.
        Unmso wichtiger ist mir gerade, dass er wirklich regelmäßig in die Krippe geht. Sie sind eben gerade mein Gegenpol. Da ist keine Trauer und dafür Normalität. Hat deine Tochter etwas der Art? Andere Kontakte, die den Tod der Schwester in weiterer Entfernung erlebt haben?
        Bei mir ist es noch so, dass ich mir die Fragen stelle, ob man vorher etwas hätte merken können. Ob man – aus welchem Grund auch immer – früher hätte mit ihr mal zum Arzt müssen. Hätte es etwas geändert. Warum bist du mit der Antwort an deine Tochter bezüglich, warum ihr nicht zum Arzt seid bzw. ihr Herz aufgehört hat zu schlagen, unzufrieden? Was hättest du lieber gesagt?

      • #4539
        Jenni

          Hallo, also wir gehen generell ja sehr offen mit dem Gesamten Thema um & werden dies auch offen mit Unserer Tochter kommunizieren wenn sie soweit ist bzw wir sagen jetzt schon zu ihr wir gehen jetzt zu deinem bruder.
          Der erste Geburtstag unseres Sternenkindes Liam war sehr schwirig da wir unser Folgewunder schon im arm hatten. generell der Tag war sehr Heftig aber wir haben ihn trotzdem „gefeiert“. Was wir auch jedes Jahr tun werden.
          Er wird auch immer der Erstgeborene Bleiben & Sophia die kleine schwester, leider können sie nie miteinander spielen, aber ich bin mir sicher Liam wird als Großer Bruder immer auf seine Schwester aufpassen, natürlich auch auf uns.

          Also im großen & ganzen sind wir offen und Kommunizieren das auch mit Sophia sie wächst halt auch mit einem Sternenkindbruder auf & das soll sie wissen ❤️

          • #4561
            Lisa

              Liebe Jenni, auf der Suche nach Hilfe und Ratschlägen bin ich auf deinen Beitrag gestoßen. Es ist mitten in der Nacht und ich bin als Mama so verzweifelt und weiß nicht, wie ich meiner Tochter den Tod ihrer Schwester erklären soll. Beziehungsweise muss ich ihr eine Antwort auf ihre vielen Fragen geben. Gestern saßen wir beispielsweise im Auto und Sie sagte aus heiterem Himmel „Mama, warum hat denn das Herz von Leonie aufgehört zu schlagen? Warum sind wir nicht zum Doktor?“ Ich habe mit dieser Frage überhaupt nicht gerechnet und musste rechts ranfahren und ununterbrochen vor ihr weinen. (normalerweise unterdrücke ich jede Träne vor ihr). Das schlimme ist, dass ich aus meiner Emotion heraus unüberlegt geantwortet habe und ihr sagte , dass der Doktor nicht gesehen hat, dass es Leonie nicht gut geht. Was ich nun bereue und mir schlaflose Nächte bereitet. Wie alt ist deine Tochter? Stellt Sie auch solche Fragen?

          • #4527
            Nadja Hand
            Moderator

              Kennst du schon unseren Podcast?

              Schmetterlingsgeflüster – Wenn Babys sterben

              In „Schmetterlingsgeflüster – wenn Babys sterben“, dem Podcast von Sterneneltern Saarland e.V. spricht Moderatorin Martina Straten mit Menschen, für die das Thema „Sternenkinder“ eine ganz besondere Bedeutung hat.
              Der Podcast lässt betroffene Eltern zu Wort kommen.
              Er erzählt von Trauer, Schmerz und von den Momenten größter Hilflosigkeit, aber er bietet auch immer wieder einen Hoffnungsschimmer.
              Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben, sind ein großes Tabu.
              Hier wird nichts ausgeklammert.
              Wir sprechen mit Eltern, Geschwisterkindern, Hebammen, Ärzten, Bestattern, spirituellen Menschen und mit vielen anderen mehr, die alle einen wertvollen Beitrag zu diesem schwierigen Thema leisten.
              „Schmetterlingsgeflüster“ ist eindringlich und tief – und dennoch sanft und heilsam. Und mit der großen Hoffnung, die Situation für die zurückgebliebenen Eltern leichter zu machen.

              Hier findest du die Folgen zum Thema “Das Leben mit Geschwisterkindern und Sternenkind”:

              Collin erzählt von seinem Bruder: https://schmetterlingsgefluester.letscast.fm/episode/manchmal-spreche-ich-mit-meinem-toten-bruder
              Kinder-Psychologin Andres Dixius über die Trauer bei Kindern: https://schmetterlingsgefluester.letscast.fm/episode/geschwisterkinder-wenn-trauer-uebersehen-wird

            • #2043
              sternenelternsaarland
              Administrator

                Herzlich Willkommen in der Online-Selbsthilfegruppe zum Thema „Das Leben mit Geschwisterkindern und Sternenkind“.

                Wenn ein Kind viel zu früh gehen musste, hinterlässt es eine große Leere.
                Die Rede ist von dem leeren Stuhl am gedeckten Tisch, von dem großen Bruder der nicht mit den Geschwistern spielen kann, von dem Geburtstag feiern ohne wirklichen Kindergeburtstag und von dem Familienfoto auf dem immer jemand fehlt.
                Wie verändert das Erlebte die Familie? Hat die Trauer einen festen Platz in eurem Leben? Wie erklärt ihr das Unerklärliche den Geschwistern? Wie erklärt ihr eurem Folgewunder, dass es vor ihm noch ein Bruder/eine Schwester gab? Und wie lebt Euer Folgewunder damit?

                Viele Fragen und viele verschiedene Möglichkeiten treffen hier zusammen.
                Trauer und der Umgang mit ihr ist sehr individuell, hat verschiedene Gesichter und unterschiedliche Fassetten.

                Diese Gruppe bietet Euch die Möglichkeit, anonym und offen über Gefühle, Gedanken und Erlebnisse zu sprechen, Fragen zu stellen und Euch auszutauschen.

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